Lockerungsübungen für mehr Feinmotorik

Übungen für Zeichenanfänger – 10 Ideen für mehr Feinmotorik

Vielleicht hast du das mal festgestellt: Du stehst noch recht am Anfang und möchtest ein einfaches Bild abzeichnen. Doch der Stift malt nicht, wo du ihn hindirigieren möchtest. Außerdem sind deine Striche hakelig. Jetzt bloß nicht aufgeben. Hier kommen 10 Übungen für Zeichenanfänger, die deine Feinmotorik auf Trab bringen.

Beim Zeichnen muss der Gedanke aus dem Hirn irgendwie in die Finger gelangen. Die machen leider oft was sie wollen…

1. Das brauchst du

  • Bleistift
  • Kariertes Papier

Du kannst dir auch beim Telefonieren einen Kugelschreiber schnappen und die Übungen durchführen.

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Wichtig bei allen Übungen: Sie müssen nicht perfekt sein. Betrachte die Übung neugierig und schaue was dir auffällt, aber ich will dich nicht dabei erwischen, wie du dich wegen krummer Striche fertig machst. //erhobener Zeigefinger aus

Die richtige Haltung

Du stehst am Anfang deiner Zeichenkarriere, einen Stift hältst du vermutlich aber schon seit der Schulzeit. Wenn du ihn anders als hier abgebildet hältst, korrigiere bitte deine Haltung. Ich kenne zwar einige hervorragende Künstler die die Hände anders halten, dennoch ist dieses die anatomisch korrekte Haltung. Warum?

Die Haltung wird als anatomisch korrekter Drei-Punkt-Griff beschrieben und beugt Verspannungen und Schmerzen in Handgelenk, Ellbogen, Schulter und Nacken vor. Sobald man konzentriert mehrere Stunden an einem Bild arbeitet, fallen Fehlhaltung umso mehr ins Gewicht.

Wenn wir mit so etwas wie einer einfachen Stifthaltung schon vielen Problemen vorbeugen können, sollten wir das auch tun. Ein weiteres Schmankerl sind die wesentlich geringeren Ermüdungserscheinungen.

So schnapp dir deinen Stift in der richtigen Haltung und los geht es:

1. Übung „Kringeln“

Solltest du jemand sein, der wenig mit der Hand schreibt und auch ansonsten wenig die Hände für Detailarbeiten verwendet (wie z.B. beim Handarbeiten, Basteln etc.), dann kann es sein, dass du dazu neigst dich bei einigen der Übungen zu verkrampfen.

Deshalb ist es umso wichtiger deine Hand schön aufzuwärmen. Kringel hierzu einfach drauf los. Wichtig ist, dass du locker bleibst und nicht zu stark aufdrückst. Der Schwung darf ruhig aus dem Handgelenk kommen.

Als nächstes variierst du mit der Kringelgröße. Wenn dir das gut von der Hand geht, wechsel die Richtung und fang auf der anderen Seite des Blattes an. Als Rechtshänder zum Beispiel, schiebst du nun den Stift statt ihn zu ziehen. Das ist eine gute Übung um deine Denkmurmel ordentlich anzustrengen.

Übungen für Zeichenanfänger

Wie du hier bei mir siehst, sind manche Kringel hakelig. Meistens, wenn ich den Ellbogen umsetzen muss. Außerdem ist mir aufgefallen, dass es mir bei größeren kringeln schwerer fällt die Form zu halten. Was ist dir bei deiner Übung aufgefallen?

2. Übung „Kreise“

Übungen für Zeichenanfänger

Aus den Kringeln gehen wir jetzt in die ernstzunehmenden Kreise über. Kariertes Papier gibt dir hier die Möglichkeit dich an den Seiten zu orientieren. Versuch die Kästchen an den vier Stellen zu berühren. Für die größeren Kreise nimmst du dir einfach vier Kästchen als Hilfe.

Wichtig: Versuche die Kreise zu schließen!

Auch diese Übung erfolgt einmal im Uhrzeigersinn und einmal dagegen.

3. Übung „Zick-Zack“

Übungen für Zeichenanfänger

Eine Übung mit der ich tatsächlich größere Probleme habe als erwartet. Gehe hierzu ein Kästchen schräg nach oben und im nächsten den gleichen Weg nach unten. Hierbei versuchst du gerade zu bleiben. So wie beim allerersten Zacken in meiner Übung.

Ich habe bemerkt, dass ich beim „Abwärts“ einen Drall nach Innen gebe. Wenn ich das trainiere, kann mir das z.B. bei Gebäude- und Sachzeichnungen helfen.

Auch hier geht die zweite Runde von der entgegengesetzten Seite aus. Hier habe ich mich gefühlt, als würde ich mit meiner schlechteren Hand malen.

4. Übung „Stricheln“

Übungen für Zeichenanfänger

Bei dieser Übung versuchst du, immer ungefähr die gleiche Anzahl an senkrechten und geraden Strichen in ein Kästchen zu setzen. Hier ist auch dein Auge gefordert! Man kommt leicht durcheinander. Wenn der Strich flüssig von der Hand geht, erhöhe die Geschwindigkeit, achte aber unbedingt auf die obere und untere „Begrenzung“.

Wenn das gut klappt, vergrößere die Striche auf die Länge von zwei Kästchen, oder gehe auch hier die Übung wieder von der anderen Seite an.

5. Übung „Schummern“

Bei dieser Übung kannst du auch gleich die unterschiedlichen Härten deiner Bleistifte ausprobieren. Starte mit viel Druck auf den Bleistift und reduziere diesen dann während du in auf-und-ab Bewegungen den Stift über das Papier führst. Du kannst ihn hier sehr flach halten, denn das Ziel ist es, einen sanften Übergang zu bekommen.

Wenn du Hilfe zu unterschiedlichen Materialien brauchst, schau mal in meinen kleinen Materialratgeber.

Mit dieser Übung haben wir dann auch gleich schon unsere Hand für sanfte Schattierungen und unterschiedlich dicke Linien sensibilisiert.

6. Übung “ Das Haus vom Nikolaus“

Klingt witzig, ich weiß, doch diese Übung in einem Strich an den Linien des Papiers auszurichten und dann noch die Spitze des Daches in die Mitte zu setzen- das empfinde ich immer wieder als Herausforderung.

Falls du nicht mehr genau weißt, wie man „das Haus des Nikolaus zeichnet“, kannst du dir hier kurz auf die Sprünge helfen lassen.

7. Übung „Herzerle“

Ein bisschen romantisch sind wir doch alle veranlagt, oder nicht? Und wenn es dir ansonsten zu peinlich ist, Herzchen zu malen, darfst du das jetzt ganz offiziell als Zeichenübung tarnen. Super, oder?

Worauf musst du achten?
Wie in einigen anderen Übungen auch schon, kommt es hier auf die Symmetrie an. Beginne in der Spitze und ziehe den Stift diagonal bis in die andere Ecke des Kästchens. Anschließend setzt du eine Rundung an. Denk hier noch mal an unsere Kreisübung. Dann zeichnest du den Rest an die andere Seite.

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Warum fällt es einem eigentlich so schwer zwei Seiten symmetrisch abzubilden?
Meine Vermutung hierzu ist, dass man auf der einen Seite den Stift zieht oder drück und auf der anderen Seite das Gegenteil tun muss. Das beides aufeinander abzustimmen ist die Kunst, da es sich für die Hand nicht gleich anfühlt. Das muss leider – wie bei allem- der Hand erstmal beigebracht werden.

8. Übung „horizontales Stricheln“

Ihr könnt diese Übung natürlich auch früher machen, z.B. nach den senkrechten Strichen. Ich persönlich verkrampfe mich oft dabei und so kommt sie hier erst an 8. Stelle. Insgesamt läuft die Übung aber ebenso ab, wie Übung 4 nur eben waagerecht.

9. Übung „Kreuzstricheln“

Versuche hierbei zunächst eine Reihe diagonal nach links geneigte Striche zu setzen, anschließend legst du dann die nach rechts geneigten Striche darüber.

Wichtig: Bitte, bitte achte weiterhin auf deine Stifthaltung und fang nicht an dich, oder deine Hand zu verdrehen. Lass es!

10. Übung “ Was die eine Hand kann…“

…kann die andere noch lange nicht.

Das ist wirklich eine meiner liebsten Übungen für Zeichenanfänger. Den Tipp habe ich mal von meiner ehemaligen Kunstlehrerin bekommen. Damals hab ich sie noch sehr schief angesehen, doch heute find ich den Tipp super.

Und so funktioniert’s: Zeichne mit deiner „guten“ Haupthand ein Symbol, Bild, Sketchnote etc. und wechsel den Stift dann in deine andere Hand. Mit der versuchst du nun das gleiche Bild daneben zu zeichnen. Verzichte auf Radieren!

Zum Schießen, oder? Siehst du, wie unsicher meine Strichführung ist? Wozu das gut sein soll? Du schulst deine Denkmurmel, genauer gesagt die Kommunikation beider Hirnhälften. Wenn du nicht gerade beidhändig bist, muss sich dein Gehirn extrem auf die Führung des Stiftes konzentrieren. Das hat eine viel bewusstere Wahrnehmung des Striches zur Folge.

Wie solltest du die Übungen durchführen?

Es gibt sooo viele Möglichkeiten Zeichnen zu üben. Das Wichtigste ist vor allem: Tu es! Auch wenn solch stumpfes Gekringel sich anfühlt, als wärst du im Kindergarten oder kämst absolut nicht vorwärts: Vertrau mir! Deine Hand wird sich an die Übungen erinnern.

  • Tu es!
  • Achte auf deine Strichführung
  • Analysiere dein Ergebnis ohne dich zu bewerten
  • Male einfach drauf los
  • Übe als Vorbereitung / Aufwärmübung vor einem neuen Bild
  • Vergleich ältere Übungen mit aktuellen
  • Übe beim Telefonieren
  • Führe schwere Übungen öfter durch.

Egal wie du die Übungen machst: Deine Hand und deine Denkmurmel lernen durch wiederholen, lernen durch Wiederholen, durch wiederholen. Wenn du deine Hand dazu überreden kannst, Striche in gleichen Abständen aufs Papier zu bringen, wird das direkte Auswirkungen auf deine Schraffuren haben und das Erscheinungsbild sichtlich verbessern.

Weitere Übungen für Zeichenanfänger

  • Sieh dir alltägliche Gegenstände ganz genau an, wo sind Ecken und Kanten, wo werfen sie schatten etc.
  • Setze dir einen Timer und skizziere so schnell du kannst
  • Versuche ein Carmouflage-Muster abzuzeichnen und dabei das Verhältnis der Flächen beizubehalte
  • schau mal, ob du in meinem Artikel zur Kreativblockade noch eine gute Übung übernehmen kannst

Ich hoffe dir hat dieser Artikel gefallen und ich konnte dir weiterhelfen. Kannst du mir einen riesen Gefallen tun? Ich bin noch neu in dieser Blogsache und es würde mir viel Bedeuten, wenn du mir ein Feedback geben könntest.

Außerdem freue ich mich riesig über neue Follower und geteilte Inhalte.

Viele Grüße

Denise

1 Kommentar zu „Übungen für Zeichenanfänger – 10 Ideen für mehr Feinmotorik“

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